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ÜBER MEIN SCHREIBEN

Schreiben über Schreiben ist auch schreiben – nur nicht so schön, weil das Phantastische fehlt. Denn das eigentliche Schreiben ist pure Magie. Worte, die plötzlich Flügel bekommen. Gedanken, die über Grenzen springen. Sätze, mit denen alles möglich ist.

Ich bin mit Geschichten groß geworden. Die Vorlesezeit war ein festes Ritual in der frühen Kindheit, wunderbare Erinnerungen daran sind bis heute wach. Trotzdem konnte ich es kaum erwarten, selbst lesen zu können. Dank meines Bruders und seiner Comics gelang das dann schon vor der Einschulung und so hatte ich bereits als Kind die meisten Gespräche mit Büchern. Dabei war „Was wäre, wenn …?“ immer der Einstieg.

Ich weiß nicht mehr, wann genau aus erdachten Variationen der gelesenen Bücher eigene, vollständige Geschichten wurden. Das Verlangen, diese auch aufzuschreiben, tauchte erst auf, als ich die Möglichkeiten der Sprache entdeckte. Wie man sie tanzen lassen, mit ihr spielen kann, um Bilder zu erschaffen und Gefühle zu wecken. Damit war die Faszination komplett.

Seither feile ich so lange an einem Satz herum, bis er neugierig auf den nächsten macht. Schreiben ist immer eine Arbeit an der Sprache. Man darf dabei nur das Spiel nicht aus den Augen verlieren, denn meine Leser sollen ja am Ende nicht allein Worte lesen, sondern die Menschen hinter den Worten fühlen. Erst dann bin ich zufrieden. Ein hoher Anspruch, sicherlich. Für mich bedeutet er eine gute Art von Perfektionismus.

Oft werde ich gefragt, woher die Ideen kommen. Ich plane selten im Voraus, brauche meist einen Anstupser, um den sich dann schnell ein Geschehen rankt. Das kann ein Song sein, der mich aus heiterem Himmel berührt, ein vom Nebentisch aufgeschnappter Satz, eine Musiksequenz, die mich zur richtigen Zeit neu anklingt. Dann schwärmen meine Gedanken aus und oft bin ich selbst überrascht, wohin sie mich tragen. Wenn dann noch die Charaktere Dinge tun wollen, von denen ich zwei Sätze vorher noch gar nichts wusste, oder sogar eine ganz neue Figur plötzlich an meine Tür klopft, ist das eine großartige Verlockung, der ich selten widerstehen kann.

Es ist, als ob die Phantasie mich an die Hand nimmt, um mir Seitenwege zu zeigen. Ein einzigartiges Gefühl, das glücklich macht.

   
 

 

 

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© T.L. Reiber Oktober 2017